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Alte Videos, neue Technik
DREFA MSG forscht mit Fachhochschule Anhalt an neuer Technologie
Es soll Menschen geben, die schauen sich alte Filme und Videos nur an, wenn sie knistern, die Tonspur immer zehn Sekunden weiter ist als das Bild und hin und wieder dicke schwarze Flecken durchs Bild laufen. Peter Zenk gehört nicht dazu. Der Leiter Digitalisierung der DREFA Media Service GmbH mag Filme und Videos im Originalzustand. Im Fernsehen, aber vor allem, wenn sie seine Abteilung in Richtung Kunden wieder verlassen.
Automatische Korrektur angestrebt
Das Problem: Alte analoge Videos leiden oft unter langer Lagerung, chemische Prozesse nagen an der Qualität der Videobänder. Das beim Überspielen entstehende Videosignal bekommt technisch inkorrekte Werte, etwa zu geringe Pegel, manchmal sind Phasenlagen verändert. „Es ist ungeheuer aufwändig, bei Kopien bzw. später in der Digitalisierung den Originalzustand wiederherzustellen“, so Zenk. Im Bildmischer, bei Farbkorrektursystemen oder beim Angleichen von Bild und Ton ist jeweils viel Zeit und jede Menge Personal nötig.
Wie das einfacher geht, wissen Peter Zenk und Steffen Strauß, Professor für Medientechnik an der Fachhochschule Anhalt in Köthen, theoretisch: „Archivmaterialien haben laut Norm eine Referenz. Lässt sich die ausnutzen, um das Signal, das beim Überspielen oder beim Digitalisieren entsteht, automatisch auf einen technisch korrekten Wert zu korrigieren?“
Aufwand ist gerechtfertigt
Aus der Idee ist mittlerweile ein vom Bundesministerium für Wirtschaft im „Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)“ gefördertes Forschungsprojekt zwischen der Fachhochschule Anhalt und der DREFA MSG entstanden. Projektträger ist die „Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen Otto von Guericke“ (AiF). Das Ziel: Technik und Software mit Ein- und Ausgang und Interface zu entwickeln, die diese Korrektur weitgehend automatisiert verrichtet.
Das Projekt ist bewilligt, läuft rund ein Jahr bis Ende Oktober 2011. Drei Leute werden an der Fachhochschule daran arbeiten – wovon zwei dafür extra von der Hochschule eingestellt werden -, drei weitere werden von der DREFA MSG zeitweilig dafür abgestellt. „Der Zeitplan ist eng und sehr ehrgeizig“, sagt Zenk. Die Technologie würde die Videodigitalisierung schneller und effizienter machen. Das rechtfertigt den Aufwand. Und weitere potenzielle Anwender in der Branche haben großes Interesse signalisiert.







